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Menschen in den Mittelpunkt zu rücken

„Menschen genießen lieber die Sonne als über den Regen zu reden“. Manchmal ist die Welt für Tobias Pehle, Geschäftsführer des Kuratoriums Immaterielles Erbe Friedhofskultur, ganz einfach. Vor allem, wenn der Journalist und Fotograf, der über 100 Bücher zu verschiedensten Sachthemen geschrieben und produziert hat, auf den Friedhof schaut. Für ihn ist klar: Die Zukunft des Friedhofswesens ist nur mit einer grundweg positiven Haltung zu sichern – und einer Kommunikation nach außen, die den Wert der Friedhofskultur für unsere Gesellschaft wirksam in den Fokus stellt.  

Die Basis dafür ist seiner Meinung nach hervorragend: „Jeder, den ich kenne, der engagiert im Friedhofswesen arbeitet, sieht die Friedhofskultur positiv. Und nahezu jeder hat dabei einen anderen Fokus. So gibt es nicht nur eine unglaubliche Vielfalt an guten Argumenten für den Friedhof – wenn man sich im Sinne der Friedhofskultur zusammenschießt, entsteht zudem eine ungemein positive Energie, mit der sich sehr viel erreichen lässt“, erläutert der Kommunikationsprofi.

Wie gut das funktionieren kann, hat die Bewerbung der Friedhofsbranche um den Titel des Immateriellen Kulturerbes für die Friedhofskultur in Deutschland gezeigt. Dazu hatten sich fast alle großen Verbände, Institutionen und Gewerke zu der Initiative Kulturerbe Friedhof zusammengefunden – der Verband der Friedhofsverwalter war dabei eine der wichtigen treibenden Kräfte. Trotz des langjährigen, komplizierten Prozesses war das gemeinsam erreichte Ergebnis nicht nur überzeugend – es lieferte vor allem auch eine Blaupause für erfolgreiche, wirksame und nachhaltige Zusammenarbeit einer Branche, der viele das so nicht zugetraut hätten.    

Lange Zeit habe man in der Friedhofsbranche die Suchscheinwerfer vor allem auf die Probleme gerichtet, resümiert Tobias Pehle. Doch jetzt sei es an der Zeit, das Lamento hinter sich zu lassen und den Defizit-orientierten Blick durch lösungsorientierte Perspektiven zu ersetzen: „Das Gebot der Stunde ist, mit positiver Kraft das Friedhofswesen zukunftsorientiert aufzustellen“, fordert der der gebürtige Westfale.

Wichtig ist für Tobias Pehle dabei, die Menschen mit ihren Gefühlen in den Mittelpunkt zu rücken. Sie emotional zu erreichen sei genauso wichtig wie einfache, klare Botschaften zu senden. Dabei würden die gleichen kommunikativen Wirkungsmechanismen wie überall anders auch gelten. „Wenn man jemanden für etwas begeistern will, muss man das Positive nach vorne stellen.“, sagt Tobias Pehle. Das sei wie bei einem Bewerbungsgespräch: Da rede man ja auch nicht über das was man nicht kann, sondern darüber, worin man richtig gut ist.

Um in diesem Bild zu bleiben: Der Titel des Immateriellen Kulturerbes ist für das Bewerben der Friedhöfe bestens geeignet. Die Zuschreibung als UNESCO-Erbe wird in der gesamten Gesellschaft gewürdigt. Sie macht unmissverständlich klar, dass etwas besonders, wichtig und erhaltenswert ist. Deshalb arbeitet Tobias Pehle als Geschäftsführer der Fachinstitution Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur mit großem Engagement daran, diesen Titel nachhaltig mit der Friedhofskultur zu verbinden. Ganz wichtig ist für ihn dabei, den Kulturraum Friedhof als solchen auch sichtbar zu machen: „Meine Vision ist, dass an jedem Friedhof deutlich zu lesen ist, dass die Friedhofskultur zum Kulturerbe gehört.“ (Entsprechende Schilder gibt es beim Kuratorium).

Ein Arbeitsschwerpunkt von Tobias Pehle liegt in der kommunikativen Prozessbegleitung von Unternehmen. „In meiner Arbeit zeigt sich immer wieder aufs Neue, dass es entscheidend auf die Haltung aller Beteiligten ankommt. In einem Klima von Offenheit, Wertschätzung und Zusammenarbeit auf Augenhöhe lässt sich einfach mehr erreichen“, sagt Pehle. Hier gehen er und das Kuratorium mit integrativen Impulsen, kreativen Initiativen und positiver Kraft beispielgebend voran. „Das ist einfacher als man denken mag“, sagt er. „Ich kenne hier zum Beispiel einen kleinen Trick: Ich habe mir jede Form von „Ja, aber…“ verboten und zwinge mich, es durch ein „Ja, und …“ zu ersetzen. Das allein schon kann kleine Wunder bewirken!“

Tobias Pehle
KURATORIUM Immaterielles Erbe Friedhofskultur,
Mitglied im VFD