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Der Friedhofsentwickler

Worauf es bei einer gelungenen Friedhofsplanung ankommt? Landschaftsarchitekt Martin Venne vom Planungsbüro Planrat in Kassel weiß es: „Die Friedhöfe sind so zu planen, zu verwalten und zu gestalten, dass möglichst viele Menschen sie für sich nutzen können, in erster Linie als letzte Ruhestätte für ihre Verstorbenen, aber auch als Ort der Ruhe und Erholung.“ Als Friedhofsplaner setzt er sich für eine nachfrageorientierte Gestaltung, Leitung und Entwicklung von Friedhöfen ein. Hierbei gilt es, das Erhaltenswerte der Vergangenheit zu sichern und mit den zukünftigen Bedürfnissen und Wünschen der Bevölkerung in Einklang zu bringen.

Die Friedhofsentwicklungsplanung sieht er als offenen Kommunikationsprozess und „nicht allein als isolierte Fachplanung einer Handvoll Spezialisten“. Auch für Friedhofsexperten sei der Austausch mit den Beteiligten vor Ort, den Grabnutzungsberechtigten wie auch den auf den Friedhöfen arbeitenden Beschäftigten eine Chance der ständigen Weiterentwicklung persönlicher Fachkompetenzen, erklärt er.

Die Friedhofsplanung ist ein definierter Aufgabenbereich der Landschaftsarchitektur, die sich nicht nur dadurch von anderen Planungsaufgaben deutlich abhebt und sich ausgesprochen komplex darstellt, unabhängig davon, ob es sich um einen konfessionellen oder um einen kommunalen Friedhof handelt. So sind bei der Anlage und Unterhaltung von Friedhöfen besondere Gesetze und Verordnungen wie die Bestattungsgesetze der Länder, das Gräbergesetz des Bundes, Hygienerichtlinien, Abgaben- und Gebührenrecht, zu differenzierende private Nutzungsrechte wie auch vielfältige religiöse, kulturelle sowie regionale Besonderheiten zu beachten. „Der Dreh- und Angelpunkt einer Friedhofsplanung sind jedoch eindeutig die Trauernden, die Grabnutzungsberechtigten und die Menschen, die auf Friedhöfen Ruhe und Erholung suchen und finden“, sagt der Landschaftsarchitekt Martin Venne vom Planungsbüro Planrat in Kassel, „insofern ist die Friedhofsplanung zunächst eine Arbeit verschiedener Fachleute für Hinterbliebene, die erwartet oder oft auch unvorbereitet mit dem Tod umgehen müssen.“ Damit die Abschiednahme von Verstorbenen möglichst stimmig und tröstend im Sinne der Hinterbliebenen verlaufe, sei neben planerischem Fachwissen und wirtschaftlichem Know-how auch theologisches und psychologisches Grundwissen notwendig, weiß Venne, der seit 2007 Mitglied im VFD ist, weil er den fachliche Austausch zwischen den verschiedenen Berufsgruppen des Friedhofswesens für unverzichtbar hält.

„Ich sehe die Durchführung einer Friedhofsentwicklungsplanung als große Chance, die örtliche Gemeinschaft für den Wert ihrer Friedhöfe zu sensibilisieren, zu begeistern und sich über deren zukünftige Nutzung auszutauschen“, sagt der Friedhofsplaner. Dass dabei auch verschiedene Wertvorstellungen – gerade auch im Hinblick auf die Pietät – aufeinanderprallen können und Diskussionen geführt würden, verstehe er als Chance, erklärt er, „denn nur wer sein Gegenüber mit dessen Wünschen und Vorstellungen kennenlernt, kann es wertschätzen“.

Dr.-Ing. Martin Venne
Landschaftsarchitekt
Mitglied im VFD