31. Fortbildungsseminar für Friedhofsverwalter*innen

„Da kommt was auf uns zu“

Es gibt feste Termine im Jahr, so wie Ostern und Weihnachten. Im Verbandskalender der Friedhofsverwalter stehen noch ein paar mehr: Neben der Friedhofskulturellen Tagung, die Ende September in Heilbronn stattgefunden hat, und dem Seminar am Seddiner See gehört die Fortbildung in Essen zu den unumstößlichen Größen. Bereits zum 31. Mal findet sie Anfang Februar 2020 statt. Und genauso lang währt bereits die Zusammenarbeit zwischen dem Verband der Friedhofsverwalter Deutschlands (VFD) und der Fachschule für Gartenbau.

Das Programm, das Uwe Brinkmann, Vorstandsmitglied im VFD, und der Leiter des Gartenbauzentrums, Dr. Karl-Heinz Kerstjens, zusammengestellt haben, ist ein Spiegelbild aktueller Themen, die die Beschäftigten in der Branche umtreiben. Und so hat bereits das Auftakt- referat – „Deadline 1.1.2021“ – Top-Relevanz. Dem einen oder anderen sei es vielleicht noch gar nicht so bewusst, aber „da kommt was auf uns zu. Und das wird das Preisgefüge auf den Friedhöfen verschieben“, sagt Brinkmann, auf die Neuregelung im Umsatzsteuergesetz anspielend. Nach der sind ab 2021 auch kommunale und konfessionelle Friedhofsträger umsatzsteuerpflichtig, wenn sie nicht gerade hoheitlichen Aufgaben nachkommen. Welche Auswirkungen das auf die Leistungen der Friedhofsverwaltungen hat, erklärt Klaus Schmitz-Toenneßen, Betriebsprüfer und Steuerberater aus Bornheim.

Auch das Thema Nachhaltigkeit soll in den Fokus gerückt werden. Über das Umweltmanagementsystem und Klimaschutzprojekt der evangelischen Kirchen, „Der Grüne Hahn“, spricht Dr. Michael C. Albrecht. Der Sachverständige für Bodenfriedhofskunde und VFD-Sprecher erläutert die Umsetzung am Friedhof Wennigsen. Und es gibt noch mehr „Informationen aus erster Hand“: Über Klimaveränderungen und ihre Folgen spricht der Diplom-Meteorologe Guido Halbig vom Deutschen Wetterdienst in Essen. „Ich habe das Gefühl, es wird jedes Jahr schlimmer, trockener und heißer“, sagt Brinkmann, der eine Friedhofsgärtnerei betreibt, „die Gießkosten gehen durch die Decke, und die Pflanzen haben keine Zeit, sich zu regenerieren.“ Worauf man sich in Zukunft einstellen müsse und welche Schlüsse man für die Arbeit im Grünbereich ziehen könne, darum solle es gehen.

Weitere Themen: Friedhofs- und Bestattungsrecht, (Prof. Dr. Dr. Tade Matthias Spranger, Bonn); Standards für die Durchführung von Friedhofsentwicklungsplanungen (Alice Stahl, Bonn); Arbeitsrecht (Rechtsanwalt Stephan Eichner, Köln). Außerdem stellt sich der Taspo-Award-Gewinner 2018, der Evangelische Friedhof Lauenburg, vor, und Gärtnermeister Claudio Roth führt die Seminarteilnehmer über den Katholischen Altstadtfriedhof in Gelsenkirchen.

Solche Programme entstehen nicht zufällig: „Wir versuchen, den Zeitgeist mitzunehmen, und auch mal mit neuen Ideen um die Ecke zu kommen. Das Friedhofswesen ist ein interessantes Feld, und es ist nicht so, dass sich nichts ändern würde“, sagt Brinkmann, der seit fast 20 Jahren mit der Organisation des Essener Seminars betraut ist. Was er sich erhofft? „Ich habe mich davon gelöst zu sagen, eine bestimmte Teilnehmerzahl erreichen zu wollen. Die letzten Jahre waren sehr gut besucht. Wenn wir wieder mehr als 100 werden, wäre das wunderbar. Aber wir machen das nicht für Teilnehmerrekorde, sondern um die Leute zu informieren, um Netzwerke herzustellen.“

Susanne Thon