Live in Essen –
32. Friedhofsverwalterseminar Anfang Februar 2022

„Wir freuen uns, Sie heute hier in Essen begrüßen zu dürfen; schön, dass nach zwei Jahren wieder ein Friedhofsverwalterseminar live stattfindet!“. Mit diesen Worten begrüßte Uwe Brinkmann, stellv. Bundesvorsitzender des VFD sowie Mitorganisator und Comoderator des Seminars die Teilnehmer des 32. Friedhofsverwalterseminares am 3. und 4. Februar d.J. in Essen.

Mit dieser Begrüßung drückte Herr Brinkmann gleich mehreres aus. Vorangegangen waren angespannte Wochen der Organisation. Seit dem ersten Konzept im Sommer `21 hatten sich vor allem viele Rahmenbedingungen geändert. Angesichts der Omicron-Welle stellte sich immer häufiger die Frage, ob eine Durchführung zum geplanten Zeitpunkt überhaupt möglich sei. Sind die Teilnahmeinteressierten bereit, nach Essen zu kommen. Dürfen sie überhaupt reisen oder gibt es entgegenstehemde Reiseverbote der Arbeitgeber? Steht der Veranstaltungsraum bereit? Vor Jahresfrist galt noch ein Betretungsverbot für alle Dienststellen der Landwirtschaftskammer NRW bezüglich Seminaren und Tagungen! Und schließlich, gibt es Referenten, die reisen dürfen und wollen, aber auch gesundheitlich können, um den Teilnehmern wichtige Informationen für den Arbeitsalltag in der Friedhofsverwaltung zu geben? Letztlich, welche Konzessionen müssen Seminarveranstalter in dieser Zeit machen, von welchen liebgewordenen Teilaspekten muss man in dieser Zeit Abstand nehmen?

In der Nachbetrachtung darf man für das 32. Friedhofsverwalterseminar gemäß einem alten Sinnspruch feststellen: Sorgen und Nudeln macht man sich immer zu viel! Mit großer Vorsicht und besonderer Sorgfalt herangegangen, war das Seminar in Essen wieder ein großer Gewinn für die Teilnehmer. Aber ein „voller“ Erfolg war es eben auch nicht. Die Zahl der Teilnehmer*innen war mit 55 deutlich geringer als in den Vorjahren. Manche durften nicht reisen, einige waren wegen Quarantänemaßnahmen verhindert.

Diese Zahl passte aber ideal zu den aktuellen Auflagen des Veranstaltungsortes im Hinblick auf das Hygienekonzept. Alle Teilnehmer konnten an Einzeltischen auf Distanz sitzen und damit den Mund-/Naseschutz während der Vorträge abnehmen. Es galt die 2-G-Regel mit Einzelkontrollen beim Zutritt.

Unser Programm wurde dergestalt modifiziert, dass die Exkursion mit Busfahrt hin und zurück zum Trompeter-Friedhof nach Duisburg-Rheinhausen ausfiel. Die Referentin, Anja Freuken, langjährig erfahrene Fachschullehrerin in Essen, hielt stattdessen einen lebhaften, inhaltsreichen und überzeugenden Vortrag, dessen Inhalte mit vielen Bildern und Videosequenzen veranschaulicht wurden. Einhellige Meinung der Teilnehmer: wenn wir zu 55 über den Friedhof gegangen wären, hätten wir keine Eindrücke aus der Vegetationszeit erhalten, hätten erfahrungsgemäß nicht alle alles mitbekommen und hätten bei weitem nicht so viele Fragen stellen und für alle beantwortet bekommen können. Die traditionellen abendlichen Treffen zum Austausch oder auch oft mit etwas Programm wurden in diesem Jahr ausgesetzt. Jede und Jeder konnte nach Hause fahren oder sich ins Hotelzimmer begeben, ohne Angst haben zu müssen, etwas verpasst zu haben.

Schließlich gab es noch eine große Hürde, welche die Organisatoren bei aller Coronazeit-Erfahrung so doch nicht hatten kommen sehen. Das Referenten-Karussell, üblicherweise im Herbst verlässlich festgezurrt, drehte sich tatsächlich bis zum ersten Seminartag noch. Reiseverbote, Quarantäne-Pflicht und erkrankte Sprösslinge oder enge Mitarbeiter führten zu ungewöhnlich vielen, eben auch besonders kurzfristigen Absagen. Zwei Fälle könnten mit einer Video-Zuschaltung technisch elegant gelöst werden; wieder eine Erfahrung für unsere VFD-Seminartätigkeit.

Jetzt verstehen Sie, liebe Leserinnen und Leser, dass die diesjährige Seminarbegrüßung von Uwe Brinkmann auch ein Stück Stein ausdrückte, dass ihm in diesem Moment vom Herzen fiel.

Nicht gestrichen haben wir natürlich die alljährliche ausführliche Evaluation. Und vor den Einzelergebnissen darf man schon sagen, dass unsere Teilnehmer wieder hoch zufrieden waren und ihre Entscheidung für die „Teilnahme live“ an beiden Tagen voll bestätigt wurde.

Zu den Seminarinhalten mit den Ausführungen unserer Referent*innen wird es informative Berichterstattung in einer der nächsten Ausgaben der Friedhofskultur geben.

Die Seminarorganisatoren des VFD steigen mit dem in Essen gewonnenen Elan jetzt in die Vorbereitung des Seminares am Seddiner See ein. Termin 15. bis 18. August 2022 bitte schon vormerken und Zeit reservieren!

Dr. Karl-Heinz Kerstjens, Essen