Auf vielen Baustellen unterwegs

Das Grau hat ausgedient. An seine Stelle rückt künftig ein kräftiges Grün. Und auch das Blau wird ein anderes sein. Die neuen Farben, die Silvio Merkwitz von der Ascherslebener Werbeagentur Layoutzone dem alten Logo verpasst hat, sind die ersten sichtbaren Anzeichen dafür, dass sich in den kommenden Monaten noch einiges tun wird. Sie kommen frischer herüber, moderner, dynamischer. Der Verband der Friedhofsverwalter Deutschlands (VFD) befindet sich in Aufbruchstimmung: Bekannter will er werden und größer. Und weil von nichts nichts kommt, steckten die Vorstandsmitglieder nun die Köpfe zusammen. In einem Workshop machten sie sich Gedanken darüber, wie die Verbandsarbeit in Zukunft aussehen soll. Leitbild und Satzung wurden in anderthalb Tagen auf den Prüfstand gestellt. Es ging um Mitgliedergewinnung und Kommunikation, um Transparenz – und um Effizienz. „Was kompliziert ist, müssen wir versuchen, einfach zu machen“, sagt VFD-Geschäftsführer André Könnecke. Auch die aktuelle Mitgliedersituation wurde thematisiert. Knapp 700 Mitglieder hat der Verband. Doch wie nehmen sie ihn wahr? Dringt jede Information auch bis zum Letzten durch? Was finden die Mitglieder gut? Was nicht? Welche Themen bewegen sie? Wo brauchen sie Unterstützung? Fragen über Fragen, die in kleiner Runde nur unzureichend beantwortet werden können. Geplant ist deshalb eine Mitgliederbefragung. „Wir wollen so auch die stillen Mitglieder zu Wort kommen lassen“, sagt Könnecke, das seien sehr viele. Die Imagekampagne lässt sich der VFD was kosten: 10.000 Euro stecken Bundesverband und seine Regionalgruppen – anteilig nach ihrer Mitgliederzahl – in das Projekt. Die Ergebnisse werden in diesem Jahr am Seddiner See vorgestellt. Das Seminar findet von 8. bis 10. Juni 2020 statt. Es ist ein ambitionierter Zeitplan, gemessen an dem, was bis dahin noch alles zu tun ist: So werden gegenwärtig Werbemittel wie Visitenkarten, Kopfbögen, Flyer und Roll-up-Displays entwickelt. Denn zunächst müsse erst einmal das Handwerkszeug in Ordnung gebracht werden, sagt Könnecke. Es gehe darum, bundesweit einheitlich aufzutreten – des Wiedererkennungswertes wegen – und man wolle den Mitgliedern etwas an die Hand geben. „Wenn das Handwerkszeug da ist, ist es leichter, etwas aufzubauen“, erklärt er und denkt dabei auch an den Aufbau neuer Regionalgruppen. Elf gibt es gegenwärtig, und daneben einige weiße Flecken auf der Mitgliederlandkarte. Im Aufbau befindet sich derzeit auch eine neue Website: Die soll übersichtlicher werden und neben für alle offene Informationen über einen Mitgliederbereich verfügen. Überarbeitet werden die Präsentationsplattformen für die Regionalgruppen, die bisweilen mehr oder weniger intensiv genutzt werden. Während Merkwitz an Optik und Funktionalität der neuen Internet-Bleibe schraubt, packt der Vorstand inhaltlich die Umzugskisten: Welche Texte kommen mit? Bedürfen sie einer Überarbeitung? Was kann weg? Die Website soll das zentrale Informationsportal des Verbandes werden. Darüber hinaus können Mitglieder künftig einen Newsletter beziehen. Ausdrücklich erwünscht sei dabei, dass sie sich einbrächten, sagt Könnecke, und Hinweise gäben, was auf ihren Friedhöfen gerade vor sich gehe, welche Themen sie gerade umtrieben. „So können wir stärker gegenseitig voneinander profitieren“, sagt er. Auch die Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift Friedhofskultur soll intensiviert werden. Dazu fand kürzlich ein Treffen mit Verlagsmitarbeitern und VFD-Vorstandsmitgliedern in Braunschweig statt.

„Wir sind gerade auf vielen Baustellen unterwegs“, sagt Könnecke, der das Amt des Geschäftsführers erst im September vergangenen Jahres von Simone Andruscheck übernommen hat. Der Umzug der Geschäftsstelle aus Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg ins 50 Kilometer entfernte Aschersleben im Salzlandkreis ist dabei nicht die einzige Änderung. Zurzeit ist er dabei, die Mitgliederverwaltung effizienter zu gestalten. Dabei setzt er auf eine neue Vereinssoftware, „Club Desk“. Mit der ließen sich die Daten leichter verwalten, auch Rechnungen erstellen, erklärt er. Der wohl wichtigste Vorteil besteht ihm zufolge darin, dass es ein webbasiertes Programm ist. Heißt: Nicht nur die Geschäftsstelle in Aschersleben hat Zugriff und kann Änderungen vornehmen. Auch die Vorstände der Regionalgruppen werden einen limitierten Zugang bekommen. Wenn also Uwe Brinkmann, stellvertretender Vorsitzender im Bundesvorstand und erster Vorsitzender der Regionalgruppe Nordrhein-Westfalen, in Essen die E-Mail-Adresse eines Mitgliedes einpflegt, ist auch Könnecke sofort auf dem aktuellen Stand. „Damit verschwindet die bisherige Insellösung, und das macht es innerhalb des Verbandes deutlich transparenter.“ Und effizienter. Und darum geht es dem Vorstand ja. Darum fand auch der Workshop statt. Darum die Imagekampagne. Kommunizieren, informieren, vernetzen – das sind die Schlagworte, die den VFD letztlich auch wachsen lassen sollen. Denn ein Verband wie der VFD lebe von seinen Mitgliedern. Erst sie verliehen seiner Stimme Gewicht – in der Branche, aber auch darüber hinaus, so Könnecke.